orpheus chor - in paradisum

In Paradisum

Sonntag, 13.04.2025  | 17:00 Uhr

Veranstalter: Orpheuschor München e.V.

1 Termin

  • 13.04.2025
    17:00Uhr
    In Paradisum
    MünchenHimmelfahrtskirche Sendling

Infos

Nimm die Seele auf ins Paradies zu dir! – so endet das im Mittelalter entstandene Gedicht „Stabat mater dolorosa“ mit seinen zehn Strophen. Viele Komponisten haben diesen Text in allen denkbaren Besetzungen vertont, der von Leid und Klage, aber auch von Trost handelt. In unserem Konzertprogramm haben wir davon zwei besondere Kompositionen ausgewählt: ein Werk des norwegischen Komponisten Knut Nystedt für gemischten Chor und solistischem Violoncello, sozusagen ein Cellokonzert mit Chor. Es zählt zu den Meisterwerken der zeitgenössischen Sakralkunst.

Eine zweite Vertonung des Gedichts stammt von dem Briten Will Todd. Seine Interpretation des „Stabat Mater“ ist durch den Jazz geprägt, was akkordischen Aufbau für den Chor sowie in der Führung des dialogisierenden Klaviers deutlich wird. Der von großem Leid durchdrungene Inhalt des Textes wirkt in Todds Version zutiefst innig und bewegend. Große Zuversicht strahlt sein in ebenso jazzharmonischer Fortschreitung komponiertes Werk „Christus est stella“ aus.

Mit der Bitte So nimm die Seele auf ins Paradies zu dir endet die Stabat Mater-Sequenz und schafft gedanklich die Verbindung zur Lateinischen Antiphon In paradisum, die bereits im 7./8. Jahrhundert bezeugt ist. Sie wurde als Teil der Sterbeliturgie gesungen. Zum Paradies mögen Engel dich begleiten und Die Chöre der Engel mögen Dich empfangen sind die im Vordergrund stehenden bildgewaltigen Verse. Ēriks Ešenvalds greift diese Szenen in seiner Komposition „In Paradisum“ für Chor, Cello und Fernviola auf. Letztere zeigt dabei den Weg ins ferne Paradies, während das Cello die Engel führt.

Ähnlich zu Ešenvalds zeigt sich die Vertonung des gleichen Textes durch den 1969 geborenen Briten Ian Carpenter. Er bevorzugt ebenso die Vielstimmigkeit und zeichnet das Paradies in zarten und harmonisch sehr reichhaltigen Farben. Auch er lässt sich zu einem großen dynamisch-klanglichen Ereignis beim Empfang der Seele durch den Chor der Engel hinreißen. Motivik und polyphone Struktur des Beginns findet sich auch am Ende des Werkes wieder. Carlo Gesualdo gilt als ein wilder, eigenwilliger und zugleich genialer Komponist. Diese Einschätzung drängt sich in seinem Werk „Velum templi scissum est“ auf. Aus den Responsorien für die Karwoche schildert gerade dieser Vers aus dem Matthäus-Evangelium die höchst dramatischen Ereignisse um die Verurteilung und Kreuzigung Jesu, z. B. wenn der Vorhang im Tempel zerreißt oder die ganze Erde erbebt.

Unter Bachs Motetten wird „Jesu meine Freude“ wegen ihrer hochkomplexen Struktur als herausragend eingestuft. Im Zentrum des Werkes steht die groß angelegte Fuge Ihr aber seid nicht fleischlich, um die sich die wechselnden Strophen des Chorals Jesu, meine Freude von Johann Franck sowie Bibelversvertonungen symmetrisch anordnen. Die Fuge entspricht als polyphon-geistiges Konstrukt dem bildlich-figürlichen Textinhalt.

Die barocke Sprache der Motette wirkt zwar mitunter etwas übertrieben, andererseits appelliert der Text auch an unsere typisch menschlichen Schwachstellen in der Lebensführung – damals wie heute: Die Aktualität dieses überzeitlichen Meisterwerks

Quelle: Veranstalter – Irrtümer und Änderungen vorbehalten

Himmelfahrtskirche Sendling

Kidlerstraße 15
81371 München

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